Erfolgsrezept Ernährung

Eine gezielte Ernährungs­anpassung kann bei Diabetes die Blut­zucker­werte stabilisieren und den Medikamenten­bedarf reduzieren.

Wer sich gesund ernährt, kann bei Diabetes und Adipositas erhebliche Verbesserungen bewirken. Bereits nach drei Wochen sind positive Veränderungen spür- und messbar, da sich die Blut­zuckerwerte stabilisieren und der Bedarf an Medikamenten sinkt. „Insgesamt fühlen Patientinnen und Patienten sich besser, wenn sie ihre Ernährung umstellen“, sagt Birgit Zimmermann, Leiterin der Ernährungsabteilung in der Klinik Saale im Reha-Zentrum Bad Kissingen, die auf Diabetes und Adipositas spezialisiert ist. Deshalb wird dort viel Wert auf eine strukturierte Schulung in Sachen Ernährung gelegt. Essen wird in der Klinik Saale als wichtiger Teil der Therapie betrachtet. In der Lehrküche wird gesundes Kochen gelehrt – mit vielen praktischen Tipps für den Alltag. So werden beispielsweise die meisten Rezepte für eine Person konzipiert, sodass man sie auch gut umsetzen kann, wenn man nur für sich selbst kocht. Das funktioniert beispielsweise so: Man kauft eine Hähnchenbrust und bereitet daraus zwei Gerichte zu – so bleibt nichts übrig und man muss nicht zwei Tage hintereinander das Gleiche essen. Ein wesentlicher Punkt ist auch das Abwiegen von Zutaten und das bewusste Rechnen, insbesondere bei Kohlenhydraten. Daraus ergibt sich dann ein einfaches Maß, wie zum Beispiel ein Löffel, eine Kelle, eine kleine Hand. Das Baukastensystem hilft, die Nährstoffe optimal zu kombinieren, sodass man mit allem versorgt ist. „Diese Ansätze dienen als Anstoß, die Ernährungsumstellung zu Hause weiterzuführen“, so Birgit Zimmermann.

Gesundes Frühstück mit Vollkornbrot, Obst, Quark, Marmelade und Banane auf einem Teller – serviert auf einem weiß gedeckten Tisch.

Alltagstest bestanden? Zusätzlich gibt es ein Lehrbüfett, bei dem alle Nährwerte genau ausgewiesen sind – die Kalorien für Menschen mit Diabetes Typ 2 und die Kohlenhydrate für Insulinpflichtige sind klar markiert, um die Ernährung gezielt anzupassen. Auch beim Einkaufen sollte man schon genau hinschauen. Denn insbesondere Fertigprodukte sind oft nicht das, was sie versprechen. Ein beliebter Trick der Hersteller ist es etwa, die Portionsgröße so klein zu wählen, dass zwar die Kalorien­menge gering ist – aber der Hunger nach dem Essen groß. Bei der Ernährungsumstellung sollte man unbedingt auf individuelle Bedürfnisse eingehen, damit sie den Alltagstest besteht, etwa bei Schichtarbeit. In den sogenannten Frust­schulungen geht es darum, gemeinsam an schwierigen Situationen zu arbeiten. Was, wenn man in alte Verhaltens­muster zurückfällt? Es ist hilfreich, auf diese Situationen vorbereitet zu sein, damit man sich dann zu helfen weiß. Auch das Einbeziehen der Familie ist empfehlenswert – besonders, wenn alle zusammen am Tisch sitzen. „Die Unterstützung durch das Umfeld spielt eine große Rolle", so Birgit Zimmermann. Insgesamt geht es bei Diabetes heute aber eher darum, Stress zu reduzieren und nicht nur auf Verbote zu setzen. „Eine gesunde Einstellung zum Essen ist der Schlüssel zu langfristigem Wohlbefinden“, ist die Diätassistentin überzeugt.

Bulgursalat

Bunter Bulgursalat mit Paprika, Gurken, Tomaten und Feta, serviert in einer Schale – frisch, gesund und mediterran gewürzt.

Zutaten für eine Person:

40 g Bulgur 50 g Fetakäse 1/2 kleine Zwiebel etwas frischen Knoblauch 1/4 Paprikaschote 1/4 Salatgurke 1 mittelgroße Tomate 1 EL Olivenöl 2 EL Orangensaft oder 1 EL Balsamicoessig 1–2 EL Ajvar 150 ml Gemüsebrühe 1/2 TL Curry Petersilie, Schnittlauch, Pfeffer

Nährwertangaben pro Portion:

14,9 g Eiweiß 28,7 g Fett 37,4 g Kohlenhydrate 490 kcal

Zubereitung: Zwiebel schälen und fein würfeln. Zwiebel in einem halben Esslöffel Olivenöl glasig an­schwitzen, das Currypulver zugeben und kurz mit anschwitzen. Die Gemüsebrühe zugeben und kurz aufkochen lassen. Anschließend den Bulgur einstreuen und ca. 2 Minuten köcheln lassen. Die Herd­platte abschalten und quellen lassen, bis die Flüssigkeit weg ist. Gurke, Paprika und Tomaten waschen und in feine Würfel schneiden. Kräuter waschen, trocknen und fein hacken. Fetakäse zerbröseln oder in feine Würfel schneiden. Orangensaft oder Balsamico, Ajvar, restliches Olivenöl, vorbereitetes Gemüse, Kräuter und Bulgur-Zwiebel-Mischung in eine Schüssel geben und vermischen. Mit Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Salat zum Schluss mit Fetakäse bestreuen. Der Knoblauch kann je nach Geschmack entweder zusammen mit den Zwiebeln angeschwitzt werden oder frisch mit dem Gemüse dazugegeben werden.

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