Sport nach Herzinfarkt

Mit mehr Bewegung auf der sicheren Seite

Ein Herzinfarkt ist ein tiefer Einschnitt. Die Unsicherheit ist oft groß, besonders bei der Frage nach dem richtigen Sport nach Herzinfarkt oder Bypass-Operation. Viele fragen sich: „Darf ich mich überhaupt noch anstrengen?“ Die moderne Medizin gibt darauf eine klare Antwort: Ja, unbedingt. Bewegung ist, richtig ausgeführt, kein Risiko, sondern eine der wirksamsten Therapien für ein starkes Herz und ein langes, aktives Leben. Der sichere Start: So fassen Sie wieder Vertrauen Nach einem Herzereignis ist das Vertrauen in den eigenen Körper oft erschüttert. Ein zentrales Ziel der Reha ist es daher, Ängste vor Belastung zu nehmen und sicher an den Sport nach Herzinfarkt heranzuführen. Unter professioneller Anleitung und mit EKG-Überwachung wird schrittweise erlernt, die Belastungsgrenzen des Körpers wieder richtig einzuschätzen. Zu Hause sollte die neue Routine unbedingt beibehalten werden. Zum Abschluss der Rehabilitation gibt es daher von den Fachärztinnen und Fachärzten grünes Licht und einen persönlichen Plan für das Training zu Hause. Basis dafür ist ein Belastungs-EKG, das wie ein Kompass die sichere Belastungsgrenze und den idealen Trainingspuls festlegt.

Weißes Ausrufezeichen

Wichtig:

Das Training sollte zu Hause nur auf Basis dieser ärztlichen Empfehlungen eigenständig fortgesetzt werden.

Ein sportlich gekleideter Mann joggt an einem sonnigen Tag durch einen Park, im Hintergrund blühende Bäume und ein klarer Himmel, Symbol für Bewegung und neue Lebensfreude nach einem Herzinfarkt.

Regelmäßige Bewegung: ein äußerst wirksames Medikament für das Herz-Kreislauf-System „Regelmäßige Bewegung bietet die Möglichkeit, die Gesundheit aktiv zu gestalten. Bewegung ist die einzige Therapie, die nicht nur an einer einzelnen Stellschraube dreht, sondern das gesamte System optimiert: Sie stärkt den Herzmuskel direkt und entlastet ihn gleichzeitig, indem sie Blutdruck, Blutfette und Gewicht reguliert“, sagt Dr. Sebastian Göbel, Ärztlicher Direktor der Klinik Hochstaufen. Konkret bedeutet das:

  • Das Risiko eines weiteren Herzinfarkts sinkt dramatisch.
  • Die Lebenserwartung steigt.
  • Die Lebensqualität verbessert sich entscheidend, da neues Vertrauen in den Körper gefasst und der Alltag wieder souveräner gemeistert wird.

Das Ziel: 5x30 Minuten für ein starkes Herz Internationale Fachgesellschaften empfehlen als langfristiges Ziel, an mindestens fünf Tagen pro Woche für 30 bis 45 Minuten körperlich aktiv zu sein. Eine moderate Intensität, bei der man sich noch gut unterhalten kann („laufen, ohne zu schnaufen“), ist dabei völlig ausreichend.

Die Effekte sind umfassend:

  • Stärkung des Herzmuskels: Das Herz pumpt wieder effizienter.
  • Senkung des Blutdrucks: Einer der größten Risikofaktoren wird nachhaltig beeinflusst.
  • Verbesserung der Blutfettwerte: Das „gute“ HDL-Cholesterin steigt, das „schlechte“ LDL sinkt.
  • Gewichts- und Blutzuckerkontrolle: Aktivität hilft beim Abnehmen und wirkt Diabetes entgegen.
  • Bessere Durchblutung: Es können sich sogar neue, kleine Blutgefäße bilden, die die Herzversorgung unterstützen.
  • Stressabbau: Bewegung setzt Glückshormone frei und fördert das seelische Wohlbefinden.

Die richtigen Sportarten nach einem Herzinfarkt – für Ausdauer und Kraft Beim Sport nach Herzinfarkt sind vor allem Ausdauersportarten mit einer gleichmäßigen Belastung ideal. Dazu zählen (Nordic) Walking, Radfahren, Schwimmen, Wandern oder Skilanglauf. Meiden sollte man hingegen Sportarten mit hohem Wettkampfdruck und plötzlichen Belastungsspitzen wie Squash oder Fußball. Eine sinnvolle Ergänzung ist moderates Krafttraining. Lange wurde davon abgeraten, doch heute weiß man: Es ist sogar ein extrem wichtiger Baustein für den Erfolg. Kräftige Muskeln entlasten das Herz im Alltag, sei es beim Treppensteigen oder Tragen von Einkäufen. Mit zunehmendem Alter wird es zudem immer wichtiger, dem altersbedingten Muskelschwund entgegenzuwirken. Beim Krafttraining nach Herzinfarkt sollte man mit leichten Gewichten und vielen Wiederholungen (ca. 15–20) arbeiten. Pressatmung sollte man vermeiden, indem man während der Anstrengung bewusst ausatmet. Faustregel: Das Ausdauertraining sollte etwa zwei Drittel, das Krafttraining etwa ein Drittel ausmachen. Herzsportgruppe: der sicherste Einstieg Gerade für die Zeit nach der Rehabilitation ist die Herzsportgruppe die beste und sicherste Wahl, um wieder aktiv zu werden. Hier wird unter ärztlicher Aufsicht und fachkundiger Anleitung gemeinsam mit Gleichgesinnten trainiert. Das motiviert und gibt enorme Sicherheit. Auskunft zu Angeboten in der Nähe gibt die Krankenkasse oder Arztpraxis.

Auf den Körper achten: Warnsignale beim Training

Gerade beim Sport nach Herzinfarkt ist das eigene Körpergefühl das wichtigste Frühwarnsystem. Wenn eines der folgenden Symptome auftritt, sollte das Training sofort abgebrochen und ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden:

  • plötzlicher Brustschmerz
  • akute Luftnot
  • Schwindel
  • Herzrasen oder -stolpern
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